Plattschwaazardats.ch
Nicht weniger als 15 Konsonanten hat dieser Titel, aber bloss 5
Vokale. Das helvetisCHe Urwort “Chchuchchichchäschtli”,
ein (d)rachenspeiendes Feuerwerk der chromstahlgehärteten Bircherraffel-Reibelaute,
löst bei den alpinen Aborigines leicht schadenfreudige Belustigung
aus, wenn des einheimischen Idioms unkundigen Gästen dieser
gutturale Halsfeger jeweils mit kehlig aufgestelltem Gaumensegel
vordemonstriert und dann hämisch zum Nachsprechen aufgefordert
wird. Dann steht das Verhältnis der in Reih und Glied aufgerufenen
CH-Gardisten gar 17 zu 4 – ein erdrückendes Majorzsystem
der Konsonanten.
Wieso sollten wir im Rahmen einer guteidgenössischen Pioniertat
da nicht einen Schritt weiter gehen und die Zahl der Vokale auf das
Allarnatwandagsta beschränken? Und gleichzeitig den lästigen
und sowieso nicht internettauglichen ä, ö, ü sowie
den Diphtongen den Garaus machen? So könnten wir uns einerseits
deutlich vom grossen Nachbarn im Norden abgrenzen, und anderseits
dem italienischen Belcanto-Singsang, dieser verschwenderisch opernhaften
Zelebrierung der Cisalpino-Vokale (man vergleiche nur schon die Sprachmelodie
von “Ber-lus-co-ni” mit “Blo-chchrr”...)
ein innovatives und ureigenes Konzept entgegenstellen: Konsonanten
auf die Schiene, Vokale in die hermetisch abgeschirmte Kühlkette – Bahn
frei für den alpenquerenden Konsonantenverkehr!
Und wo bleibt die Eurokompabilität eines solch wagemutigen
verbalen Alleingangs? Im unwahrscheinlichen Fall, dass Brüssel
dieses hehre Signal schweizerischer Eigenart überhaupt bemerken
würde (notfalls müssten unsere Diploma[utoma]ten in bewährt
bilateral-autonomem Nachvollzug etwas nachhelfen), eröffnen
sich hier ganz neue Möglichkeiten: die Schatullen des (H)EU-Fonds
für bedrohte Minderheiten und strukturarme Bergregionen würden
angezapft, und vielleicht stellt die UNESCO gleich die ganze Alpenrepublik
unter Heimatschutz. Derweil könnten wir die nicht mehr benötigten
Vokale nach Nigeria transferieren oder für spätere Zwecke – quasi
als Notvorroooot – einbunkern. Banksafes, ausgediente Bergfestungen,
Bundesratsbunker und Luftschutzkeller haben wir ja Gottseidank in
Hülle und Fülle unter der heimatlichen Scholle eingebuddelt.
Hachvarahrta Lasarannen and Lasar! Stallan Sah sach var, as gaba
nar nach aanen Vakal an ansarar Spracha, zam Baaspahl dan arstan
Bachstaban das Alfabats. Arstaanlacherwaasa gaba as gar nacht sa
grassa Varstandagangsprablame, am Gagantaal: allas ward vahl
anfachar. Dar Zaataafwand far das Fach Daatsch an dar Schala kannta
glatt am achtzag Prazant radazahrt wardan, da Parlamantaraar am Bandashaas
waarden sach andlach aabar da Kantansgranzan hanwag varstahan, das
Schwaazer Farbfarnsahan ward am ana aanmalaga Attraktaan raacher,
and Bana Tharnharr kannta saan Schnallschnarrartampa aaf Waltrakardlaval
hachschraaben
–
ja, war alla kanntan sa schwatzan, wa ans dar Schnabal gawachsan
ast! And palatasch van anschatzbaram Vartaal: war wardan ans andgaltag
van ansaram grassan Nachbarn am Nardan antarschaaden, kaane sprachlachan
Ravalatatan zwaschan Davad and Galaath, zwaschan Barn and Barlan,
war zahan ans zarack ans Ballanbarg-Haamatschatz-Rafagaam, am Schattan
das Arvakals Aaaaaaaa.
Happ Schwaaz!
John
Wolf Brennan