Publikationen
von 2004


 
Plattschwaazardats.ch

Nicht weniger als 15 Konsonanten hat dieser Titel, aber bloss 5 Vokale. Das helvetisCHe Urwort “Chchuchchichchäschtli”, ein (d)rachenspeiendes Feuerwerk der chromstahlgehärteten Bircherraffel-Reibelaute, löst bei den alpinen Aborigines leicht schadenfreudige Belustigung aus, wenn des einheimischen Idioms unkundigen Gästen dieser gutturale Halsfeger jeweils mit kehlig aufgestelltem Gaumensegel vordemonstriert und dann hämisch zum Nachsprechen aufgefordert wird. Dann steht das Verhältnis der in Reih und Glied aufgerufenen CH-Gardisten gar 17 zu 4 – ein erdrückendes Majorzsystem der Konsonanten.

Wieso sollten wir im Rahmen einer guteidgenössischen Pioniertat da nicht einen Schritt weiter gehen und die Zahl der Vokale auf das Allarnatwandagsta beschränken? Und gleichzeitig den lästigen und sowieso nicht internettauglichen ä, ö, ü sowie den Diphtongen den Garaus machen? So könnten wir uns einerseits deutlich vom grossen Nachbarn im Norden abgrenzen, und anderseits dem italienischen Belcanto-Singsang, dieser verschwenderisch opernhaften Zelebrierung der Cisalpino-Vokale (man vergleiche nur schon die Sprachmelodie von “Ber-lus-co-ni” mit “Blo-chchrr”...) ein innovatives und ureigenes Konzept entgegenstellen: Konsonanten auf die Schiene, Vokale in die hermetisch abgeschirmte Kühlkette – Bahn frei für den alpenquerenden Konsonantenverkehr!

Und wo bleibt die Eurokompabilität eines solch wagemutigen verbalen Alleingangs? Im unwahrscheinlichen Fall, dass Brüssel dieses hehre Signal schweizerischer Eigenart überhaupt bemerken würde (notfalls müssten unsere Diploma[utoma]ten in bewährt bilateral-autonomem Nachvollzug etwas nachhelfen), eröffnen sich hier ganz neue Möglichkeiten: die Schatullen des (H)EU-Fonds für bedrohte Minderheiten und strukturarme Bergregionen würden angezapft, und vielleicht stellt die UNESCO gleich die ganze Alpenrepublik unter Heimatschutz. Derweil könnten wir die nicht mehr benötigten Vokale nach Nigeria transferieren oder für spätere Zwecke – quasi als Notvorroooot – einbunkern. Banksafes, ausgediente Bergfestungen, Bundesratsbunker und Luftschutzkeller haben wir ja Gottseidank in Hülle und Fülle unter der heimatlichen Scholle eingebuddelt.

Hachvarahrta Lasarannen and Lasar! Stallan Sah sach var, as gaba nar nach aanen Vakal an ansarar Spracha, zam Baaspahl dan arstan Bachstaban das Alfabats. Arstaanlacherwaasa gaba as gar nacht sa grassa Varstandagangsprablame, am Gagantaal: allas ward vahl
anfachar. Dar Zaataafwand far das Fach Daatsch an dar Schala kannta glatt am achtzag Prazant radazahrt wardan, da Parlamantaraar am Bandashaas waarden sach andlach aabar da Kantansgranzan hanwag varstahan, das Schwaazer Farbfarnsahan ward am ana aanmalaga Attraktaan raacher, and Bana Tharnharr kannta saan Schnallschnarrartampa aaf Waltrakardlaval hachschraaben
– ja, war alla kanntan sa schwatzan, wa ans dar Schnabal gawachsan ast! And palatasch van anschatzbaram Vartaal: war wardan ans andgaltag van ansaram grassan Nachbarn am Nardan antarschaaden, kaane sprachlachan Ravalatatan zwaschan Davad and Galaath, zwaschan Barn and Barlan, war zahan ans zarack ans Ballanbarg-Haamatschatz-Rafagaam, am Schattan das Arvakals Aaaaaaaa.
Happ Schwaaz!


John Wolf Brennan

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