Ehemannzipiert! Kapiert?
(Vorbemerkung: Letztes Mal waren es die Gedanken einer Hausfrau,
die an dieser Stelle standen. Jetzt gibts weder Adventspardon noch
Weihnachtsbonus – Hausmänner: jetzt sind WIR dran!)
Na also. Wir waren ja vorgewarnt. Ehemann sich‘s versieht,
ist Mann dran. Hoppla, wir l(i)eben noch. Wir maximal coolen, mastkuh-linen
Macker, die wir bilaterale Tiefschläge wie die Einführung
des Frauenstimmrechts auf konjugaler und kommunaler Ebene, die Verordnung
zur sofortigen Aufhebung der dreckigen Socken vom Boden, den kondommoden
Montage-Schock, das Permafrostschutzmittel, die ganzjährige
Weihnachtsbeleuchtung im Treppenhaus, die Verbannung von Gummistiefel
und Fussbällen aus dem Wohnzimmer, kreatief alleinerziehende
Möbelumstellungsaktionen, wöchentlich wechselnde Diätpläne,
die fünf Tibeter und die sieben Todsünden der Feigheit,
Bananenrohkost- und Orangenhautvorträge, allerlei zyklische
Unpässlichkeiten der immer besseren Hälft,permanent delirierende
Güselsackstopfstreitigkeiten, episch epilierende Faltencremesparpackungen,
feministische Kinderhausdemozüge, esoterische Hemisphärenklänge,
Schlabberhosenlook, Sandalenvetos, die zehn Sitzpinkelge- sowie die
neuneinhalb Schmollwinkelverbote und andere Kollateralschäden
klaglos überlebt haben – wir, die Generation ohne Golf
(GoG), aber mit beschränktem Handicap (GmbH).
Wir Mannen als Tyrannen? Nichts als Pannen über Pannen! Eher
rannen wir von dannen, sannen fortan nach ab-, aus- und entspannen
in Schaumbadewannen, mit glühenden Weinkannen und brutzelnden
Bratpfannen. Von der Küche – wo die Mise en place einmal
mehr an der mangelnden strategischen Vorbereitung, das heisst am
fehlenden Einkaufszettel, scheitert – durchs nun (un)endlich
staubzusaugende Treppenhaus in die Waschküche. Wo ist der Schlüssel?
Gopfertori wieder am falschen Ort, und soll ich die Socken wirklich
mit 90 Grad waschen? Der Servicemonteur hat doch was gesagt wegen
den Bakterien, die das Abflussrohr verstinken. Mein Gott, unsere
Teenager* haben aber auch einen unendlich grossen Wäscheverbrauch,
und die WC-Rolle müsste dringend DRING! Diesmal ist es das Natel
der zweitjüngsten DING DONG! die Pöstlerin bringt einen
eingeschriebenen DRING! schon wieder das blöde Telefon, falsch
verbunden, nichts für ungut KLINGELKLINGEL! die eine Tochter
hat das Turnzeug vergessen HILFE! das Spaghettiwasser schwappt über
PAPA! Die Kleine fordert ihren Sirup, und zwar im - NEIN nicht im
ROTEN, im BLAUEN Globi-Glas, aber SUBITO. Uff!
Hand aufs Herz – wie hat Mann‘s mit dem Kochen? Nach
Jamie Oliver oder nach den fünf chinesischen Elementen? Wieder
mal Erdäpfelstock aus dem Päckli? Fast oder richtiger Food?
Nasi Goreng oder Kebab? Oder lieber rustikal schlechtbürgerlich?
In einem kühn vorausblickenden Akt autonom nachvollziehenden
Gehorsams haben wir Mannen doch den Spagat zwischen Schlappschwanz
und Machomanager gar nicht so schlecht hingekriegt, oder? Wenn jetzt
auch noch die Spaghetti al dente gelingen...
John
Wolf Brennan