Simsalabim – Hokuspokus – Abrakadabra!
Zaubersprüche gehören zu den ältesten Zeugnissen
der Literatur. In der deutschen beispielsweise sind die "Merseburger
Zaubersprüche" aus dem 8. Jahrhundert und die "Höllenzwänge" des
Doktor Faustus bekannt. Einige dieser Beschwörungsformeln wurden
zu geflügelten Worten. Simsalabim geht auf das islamische "Bismillah
rahman i rahim" (Beim Namen Gottes, des Allbarmherzigen) zurück
Ironie der Geschichte: Muslime wurden im Spätmittelalter wegen
ihres technologisch-wissenschaftlichen Fortschritts der islamisch
geprägten gegenüber der europäischen Welt als "Zauberer" beschrieben.
Die Herkunft von Hokuspokus leitet sich aus den Einsetzungsworten
der christlichen Liturgie "Hoc est corpus meum" ("Das ist mein Leib")
ab. Vermutlich haben die Gläubigen das Latein des Priesters
nicht richtig verstanden. So entstand die Verballhornung "Jetzt macht
er wieder seinen Hokuspokus!" Sator arepo tenet opera rotas ist ein
Palindrom aus dem antiken Rom. untereinander geschrieben bildet es
ein Magisches Quadrat Abrakadabra erinnert an Abraxas, ist hebräischen
oder persischen Ursprungs und bereits in der Spätantike ein
geläufiges Zauberwort, das Unglück und Krankheit
abwehren und gute Geister herbeirufen soll. Es kann sich einmal um
die verballhornte hebräische Form der Wörter "Segnung" (bracha)
und "heiliges Wort" (dabar) handeln. Eine weitere Erklärung
ist das Aramäische Wort “Avrah KaDabra”, was so
viel wie "Ich werde erschaffen, während ich spreche" bedeutet.
Einige Bibel-Exegeten sehen darin eine Andeutung der Babylonischen
Sprachverwirrung. Abrakadabra kann aber auch von dem arabischen Zauber "abreq
ad habra" abgeleitet sein, was angeblich "den Donner, der tötet" beschwört.
In übertragener Bedeutung bezeichnet man geheimnisvoll klingendes,
sinnloses Geschwätz als Abrakadabra. Dies mag mit einem persischen
Kult in Verbindung stehen, der die Verehrung von 365 Göttern
vorschrieb. Man musste alle ihre Namen fehlerlos aussprechen, um
deren Hilfe zu erlangen. Beging man einen Fehler, so hatte man von
vorne zu beginnen. Um die Aufgabe zu erleichtern, entwarfen Priester
ein Amulett in Dreiecksform, bei dem die Namen durch griechische
Buchstaben ersetzt wurden. Im Gnostizismus wurde dieses Symbol verwendet,
um drohendes Unheil abzuwenden, insbesondere um Krankheiten zu vertreiben.
Hierbei deutete es als Gravur das schrittweise Zurückweichen
des Bösen an. In der ersten Zeile musste das Wort vollständig
niedergeschrieben werden. Danach wurde jeweils ein Buchstabe ausgelassen,
bis zuletzt nur noch einer übrigblieb. Man glaubte, so wie die
Inschrift mit jeder Zeile einen Buchstaben verliert, so schwindet
auch die Krankheit.
John
Wolf Brennan